„Ich bin einfach kein Politiker“

Die letzte Gemeinderatssitzung stand ganz im Zeichen von Klima, Umwelt und Artenschutz. Vorgestellt wurden Energiebericht 2017 und Umwelt- und Klimaschutzbericht 2018 der Gemeinde Poing.

Nachfolgend präsentierte Hans Gröbmayr (Klimaschutzmanager des Landkreises und Geschäftsführer Energieagentur Ebersberg) den Statusbericht zur Energiewende 2030 im Landkreis, der er aber ein kapitales Scheitern vorhersagt, sofern sich die Bemühungen nicht drastisch ändern.

Schon verwunderlich, daß 2016 der Kreistag noch einstimmig an Gröbmayrs Meilensteinprogramms festhielt, die Dynamik und Aktionismus auf kommunalpolitischer Ebene aber erst seit der Ära Greta Thunberg fahrt aufnimmt. Die schwedische Umweltaktivisten fand mit dramatischen Zitaten auch Einzug in den „Fachvortrag“ des Klimaschutzmanagers. Ich hätte mir stattdessen aktuellere Daten und Fakten gewünscht, als die vorgelegten: „…Im Bereich Photovoltaik wird bald viel passieren…“ und „…es gibt hoffnungsvolle Gespräche…“ – Greta wird’s schon richten.

Die Zusammenarbeit zwischen Gröbmayrs Energieagentur und der Gemeinde ist so gut und umfangreich, daß sich lt. Bgm Hingerl der Hans (Gröbmayr) und der Michael (Wenzl) -Fachkraft in der Verwaltung für Umwelt- und Klimaschutz – sogar duzen. Sauber.

Was kommt aber in Poing an?

Der Manfred (Kammler) von den Grünen und Mitglied im Poinger Energie & Umweltbeirat hat zum Beispiel leider nichts mitbekommen vom Hans seiner erfolgreichen Photovoltaik-Bündelaktion in vielen Gemeinden des Landkreises. Lt. Hans kommt seine Agentur gar nicht mehr hinterher vor lauter Arbeit. Wahrscheinlich gibt es deswegen diese Sammeleinkaufsaktion in Poing nicht und deshalb hat der Michael dem Manfred wohl auch nicht Bescheid gesagt.

Zum Glück haben wir aber noch die SPD, die sich in Ihrer Untergangspanik den Ökomantel umlegt und deutschlandweit in vielen Gemeinden per Antrag den Klimanotstand ausrufen will. Ziel ist es auf kommunalpolitischer Ebene die Eindämmung der Klimakrise und ihrer Folgen als Aufgabe von höchster Priorität anzuerkennen und künftig bei jeglicher Entscheidung die Klimaauswirkungen zu berücksichtigen und Lösungen zu bevorzugen, die sich positiv auf Klima, Umwelt und Artenschutz auswirken.

Unser Gemeinderat ist diesem Antrag mehrheitlich gegen meine Stimme gefolgt.

Beim übernächsten Punkt der Sitzung zum Thema Erweiterung Sportzentrum wurde freilich dann trotz Klimanotstand die ökologisch schlechteste Variante gegen die Stimmen der FWG gewählt, die anderen hätten halt mehr gekostet.

Das mag ein Politiker verstehen, ich versteh es nicht.

Manfred Vodermeier
Gemeinderat